1837 von Gregor XVI. gegründet, zeichnet dieses Museum etruskische Kunst von villanovazeitlichen Urnen bis zu hellenistischen Bronzen nach. Höhepunkte sind die Schätze des Regolini-Galassi-Grabes (Goldpectorale und monumentale Fibula), schwarze Bucchero-Keramik sowie bemalte Sarkophage und Aschenurnen. Die Präsentation macht Bestattungsritual, Kontakte zur griechischen Welt und Roms frühe Vorlieben anschaulich.
Werke aus der Sammlung Gregoriano-Etruskisches Museum
in den Vatikanischen Museen
#56
Große Goldfibula (Grab Regolini-Galassi)
Aus dem Regolini–Galassi-Grab in Cerveteri: Diese nahezu unterarmlange Goldspange verkündet Elite-Status. Bügel und Fangplatte sind mit mikroskopischen Kügelchen und schreitenden Löwen überzogen – ein Schaustück etruskischer orientalisierender Goldschmiedekunst, geschaffen, um auf Festgewand zu brennen.
Meisterwerk etruskischer orientalisierender Goldschmiedekunst aus fürstlichem Grabkontext.
#57
„Phönizisch-zyprische“ Patera
Eine flache, gravierte Schale aus levantinisch/zyprischen Werkstätten, in Etrurien hoch geschätzt. Konzentrische Zonen aus Tieren, Lotus und Rosetten umkreisen einen Mittelbuckel. Für Wein- oder Öllibationen genutzt, kartiert sie mediterranen Austausch im 6th century BCE.
Klarer Beleg für mediterranen Handel zwischen Levante/Zypern und Etrurien.
#58
Calabresi-Ampulle
Eine kleine etruskische Flasche für duftende Öle. Rundbauchig mit engem Hals, geschmückt mit gestempelten oder gemalten Bändern – Rosetten, Wellen sowie einfache Tier- oder Pflanzenmotive – und damit ein Alltagsbehälter als tragbares Display von Stil, Handel und Ritualgewohnheit.
Alltagsgefäß, das etruskische Gewohnheiten von Parfümgebrauch und Ritualpraxis sichtbar macht.
#59
Mars von Todi
Ein nahezu lebensgroßer etruskischer Krieger steht bereit zur Libation. In Bronze gegossen und mit Brustpanzer über Tunika bekleidet, verbindet er griechischen Kontrapost mit italischem Ritual. Eine Inschrift weiht die Figur dem Gott – kriegerische Eleganz als Votivgabe.
Meisterwerk etruskischen Bronzegusses mit griechisch inspirierter Haltung.
#60
Bemalter Sarkophag mit polychromen Reliefs
Ein Tonsarg aus hellenistischem Etrurien: Seine Paneele tragen flache Reliefszenen, noch mit Farbe gefasst – Gelage, Prozessionen und Wächter des Jenseits. Rote, schwarze und cremefarbene Töne beleben die Figuren und machen die Totenlade zu einem lebendigen Versprechen von Rang und sicherer Passage.
Zeigt die etruskische Verbindung von Reliefskulptur und Malerei in der Grabkunst.
#61
Aschenurne des Meisters des Oenomaus
Volterranische Aschenurne mit einer lebhaften Mythenszene auf der Front. Dem „Meister des Oenomaus“ zugeschrieben – einer Werkstatthand, bekannt für gespannte Figuren und flüssige Draperie – macht sie aus einer Familienurne ein Theater und verbindet die Toten mit heroischer Erinnerung und städtischem Stolz.
Schlüsselbeispiel volterranischer Urnenplastik, dem „Meister des Oenomaus“ zugeschrieben.
#62
Grabmonument mit dem sterbenden Adonis
Dieser kleine Altar zeigt den sterblichen Adonis im Moment des Todes – griechischer Mythos für ein etruskisches Grab umgeformt. Die Szene bindet persönlichen Verlust an ein zyklisches Versprechen der Wiederkehr: Schönheit fällt, doch bleibt Erinnerung – Mythos als Sprache familiärer Trauer.
Griechischer Mythos für etruskischen Grabgebrauch adaptiert – Trauer mit Erneuerung verknüpft.
#63
Attische schwarzfigurige Amphore (signiert von Exekias)
Ein Meisterwerk der Schwarzfigur-Technik von Exekias, Athens bedeutendstem Vasenmaler. Glänzend schwarze Silhouetten, messerscharfe Ritzungen und sparsame Rot- und Weißhöhungen schaffen eine souveräne Erzählszene – signiert als frühes Statement von Autorenschaft und virtuoser Kontrolle.
Maßstab für die attische Schwarzfigur auf ihrem Gipfel – von Exekias.
#64
Attische Kylix (Trinkschale) von Douris („Jason“)
Eine feine rotfigurige Kylix von Douris: Im Tondo begegnet Jason der Schlange, Athena unterstützt den Helden. Zarte Relieflinien, Lasur-Schattierungen und souveräne Abstände machen aus einem Trinkgefäß Bühne und Erzählung – Mythos in der Handfläche.
Signaturstarkes Werk von Douris, einem Meister der rotfigurigen Trinkschalen.
#65
Spätkorinthischer Säulenkrater mit Säulenhenkeln
Ein breites Mischgefäß in korinthischer Schwarzfigur. Bänder aus schreitenden Tieren und Sphingen umrunden den Körper, Rosetten füllen den Grund. Die hohen, säulenartigen Henkel geben der Form ihren Namen und machen aus einem Bankettgefäß ein Schaustück früher griechischer Flächendekoration.
Klassischer korinthischer Tierfries-Stil auf einem Mischgefäß für das Bankett.
#66
Attische rotfigurige Hydria (Berlin-Maler)
Ein Wasserkrug vom Berlin-Maler, dem Meister eleganter Zurückhaltung. Eine einzelne, ruhig gesetzte Figur steht isoliert vor glänzendem Schwarz, mit fließender Kontur und leiser Detailarbeit. Raum und Stille übernehmen die Hauptrolle – klassische Ruhe auf ein Gebrauchsgefäß destilliert.
Signaturstil des Berlin-Malers: „isolierte Figur auf schwarzem Grund“.
#67
Attische Amphore (Achilles-Maler)
Eine hochklassische Amphore, dem Achilles-Maler zugeschrieben, berühmt für stille Einzelfiguren. Eine ruhige Gestalt steht vor glänzendem Schwarz, mit haarfeinen Relieflinien gezeichnet. Gelassene Draperie und gemessener Raum geben der Szene einen Hauch von Stille – Athener Strenge auf einem Gebrauchsgefäß.
Zugeschriebenes Werk des Achilles-Malers, einer führenden Hand des hochklassischen Athen.
#68
Attischer Kelchkrater (Maler der Boston-Phiale)
Ein Mischgefäß aus der Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. vom Maler der Boston-Phiale. Figuren in geschmeidiger Kontur ziehen über den bauchig-glockenförmigen Körper; Lasuren geben leise Tiefe. Mäanderbänder und Palmetten rahmen eine klare Erzählung fürs Symposion – Mythos und Bankettkultur in einem Gefäß.
Zuschreibung an eine herausragende frühklassische Hand: den Maler der Boston-Phiale.Last-Minute-Angebote
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