„Phönizisch-zyprische“ Patera
Von der Forschung „phönizisch–zyprisch“ genannt, entstanden diese dünnwandigen Metallpaterae in ostmediterranen Werkstätten und gelangten als Luxusgaben und Handelsware nach Westen. Dieses Stück zeigt konzentrische Register, getrieben und graviert mit Löwen, Sphingen, Lotus-Palmetten-Ketten und Rosetten um einen erhöhten zentralen Omphalos. Die leichte, klingende Wandung und die minutiöse Linienarbeit sprechen für rituellen Gebrauch – Libationen in Heiligtümern oder Präsentation in Gräbern – statt für alltägliches Geschirr. In Etrurien weit verbreitet, dokumentieren solche Schalen, wie levantinische Ikonografie und Technik lokalen Geschmack und Statusinszenierung prägten. Sie ist zugleich Gerät und Botschaft: Frömmigkeit, vollzogen mit Prestigeimporten.
Warum dieses Kunstwerk wichtig ist
- Klarer Beleg für mediterranen Handel zwischen Levante/Zypern und Etrurien.
- Nahöstliche Motive und Techniken, von etruskischen Eliten übernommen.
- Ritualgefäß, das Libationspraxis und elitäre Selbstdarstellung dokumentiert.
Worauf Sie achten sollten
- Konzentrische, gravierte Bänder mit Lotus-Palmetten-Ketten und Rosetten.
- Tier- oder Mischwesen (Löwen, Sphingen), die in Frieszügen schreiten.
- Erhöhter Mittelbuckel (omphalos) als Griffpunkt und visueller Fokus.
- Flach getriebene gegenüber gravierten Linien, die im Winkel Licht fangen.
Fun Fact
„Patera“ ist Latein für eine flache Libationsschale; die Griechen nannten die Form phiale.
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