Vergoldete Glasmedaillons (Goldglas)
Diese Goldglas-Rondelle waren ursprünglich die Böden von Trinkbechern. Handwerker legten Blattgold auf, kratzten Motive in Negativtechnik frei – Porträts, Heilige, Chi-Rho, kurze Segensformeln – und verschmolzen darüber eine schützende Glasschicht. Viele wurden später aus den Gefäßen herausgeschnitten und als Grabmarken in Katakomben eingemörtelt. Sie bewahren den intimen Ton spätantiken Glaubens: Familiennamen, schlichte Bekenntnisse und Lieblingsheilige, schimmernd wie Erinnerungsmünzen.
Warum dieses Kunstwerk wichtig ist
- Seltene Zeugnisse privater christlicher/jüdischer/römischer Bildwelten der Spätantike.
- Demonstrieren die Goldglas-Technik: Blattgold als „Negativschrift“ zwischen Glas.
Worauf Sie achten sollten
- Kurze Inschriften (z. B. VIVAS, PIE ZESIS) mit Wünschen nach Leben und Frieden.
- Chi-Rho, Alpha–Omega oder nimbierte Büsten von Heiligen und Paaren.
- Punktbordüren und scharfe Reservelinien, wo das Gold weggekratzt wurde.
Fun Fact
Viele Rondelle wurden buchstäblich aus fertigen Bechern abgesägt und als „Namensschilder“ in Katakombenwände eingesetzt.
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