Attischer Kelchkrater (Maler der Boston-Phiale)
Der Kelchkrater – sein Körper öffnet sich wie der Kelch einer Blüte – diente dem Mischen von Wein und Wasser beim Symposion. Dieses Stück wird dem Maler der Boston-Phiale zugeschrieben, einer feinen Hand der frühklassischen Rotfigur. Er bevorzugt ruhig gesetzte, gut voneinander abgesetzte Figuren in flüssiger Relieflinie, anschließend mit sanfter Lasur über Gliedmaßen und Draperie modelliert. Unter der Szene läuft ein klares Mäanderband; Palmetten stützen die Henkel; der Grund bleibt unüberladen, sodass die Geschichte auf einen Blick lesbar ist – selbst bei Kerzenlicht. Themen aus dem Umkreis des Dionysos oder aus heroischer Überlieferung passen zur Rolle des Gefäßes in geselliger Rede. Das Stück zeigt hochklassische Disziplin Athens: sparsame Mittel, klare Haltung, elegante Proportion – auf einer Form, die für soziales Ritual gebaut ist.
Warum dieses Kunstwerk wichtig ist
- Zuschreibung an eine herausragende frühklassische Hand: den Maler der Boston-Phiale.
- Vorbildliche rotfigurige Zeichnung und Symposion-Funktion an einem Leittypus des Kraters.
Worauf Sie achten sollten
- Breites, glocken-/kelchförmiges Profil mit niedrigen, horizontalen Henkeln.
- Geschmeidige Konturen; wenig Binnenzeichnung; weiche Lasurmodellierung.
- Mäanderfries unter der Szene; Palmetten an den Henkelansätzen.
- Gleichmäßiger, glänzender Schwarzgrund, der die roten Tonfiguren absetzt.
Fun Fact
Der moderne Name des Malers kommt von einer berühmten Phiale im MFA Boston – der „Boston-Phiale“, die seinen Stil definierte.
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