Unknown Egyptian artist
Sammelbezeichnung für die vielen anonymen Handwerker des alten Ägypten, deren Werkstätten über Jahrtausende königliche Statuen, Tempelstelen, Särge, Bronzen und Grabbeigaben schufen. Typisch sind harte Gesteine (Granit, Basalt), idealisierte Proportionen, hieroglyphische Inschriften und Kultbilder von Göttern und vergöttlichten Herrschern. In den Vatikanischen Museen sind diese Schöpfer durch Werke wie den Vatikanischen Naophoren, die Granitl öwen des Nektanebos I., eine Bastet-Bronze und Kanopengefäße vertreten – von pharaonischer bis ptolemäisch-römischer Zeit.
Werke von Unknown Egyptian artist
in den Vatikanischen Museen
#47
Vatikanischer Naophoros (Statue eines Priesters mit Schrein)
In dunklem, poliertem Stein trägt ein Priester mit beiden Händen einen winzigen Tempel. Im kleinen Schrein steht ein Gott: ein tragbares Haus für das Göttliche. Präzise Hieroglyphen am Rückenpfeiler bewahren ein zeitloses Gebet.
Lehrbuchbeispiel des Naophoros-Typus der Spätzeit.
#48
Stele der Hatschepsut und Thutmosis III.
Eine klar gegliederte Kalksteinplatte nennt Königsnamen und Lobformeln. Die Kartuschen von Hatschepsut und Thutmosis III. stehen gemeinsam; der Text ruft göttliche Gunst und stabile Herrschaft in scharf geschnittenen, flachen Hieroglyphen an.
Verbindet zwei der prägenden Herrscher der 18. Dynastie Ägyptens.
#49
Bemaltes Mumientuch der „Dame des Vatikan“
Ein Leinenporträt der Verstorbenen zeigt römische Kleidung, gerahmt von ägyptischen Symbolen – breiter Halskragen, Götter, Schutzzeichen. Solche bemalten Tücher verbanden lokalen Glauben mit einem neuen, lebensnahen Gesicht für die Ewigkeit.
Römisch-ägyptische Verbindung von Porträt und Totensymbolik.
#50
Sarkophag der Djedmut
Ein menschenförmiger Holzsarg, bemalt mit Hieroglyphenbändern und Schutzgottheiten. Leuchtende Rot-, Grün- und Blautöne versprechen Sicherheit; Texte sprechen Gebete für Djedmut im Namen der ägyptischen Götter.
Schönes Beispiel der Sargmalerei der Dritten Zwischenzeit.
#52
Statue der Königin Tuya
Granit ehrt Königin Tuya, Mutter Ramses’ II. und Gemahlin Sethos’ I. Der kühle, dauerhafte Stein und die formale Pose verkörpern königliche Beständigkeit; Perücke, enges Kleid und Inschriftenbänder verkünden Titel, die Macht in der 19. Dynastie verankerten.
Königliches Bildnis der Mutter Ramses’ II., einer Schlüsselfigur der 19. Dynastie.
#53
Statuengruppe des Ptolemaios II. mit Königin Arsinoe II.
Ein Paar aus hartem Stein zeigt Ptolemaios II. und seine Schwester-Gattin Arsinoe II. als ägyptische Herrscher – frontal, zeitlos, an den Tempelkult gebunden. Griechische Könige in Ägypten übernahmen pharaonische Formen zur Legitimation; hier macht Granit Göttlichkeit und Dauer buchstäblich schwer.
Verkörpert den hellenistischen Herrscherkult im Stil ägyptischer Tempelkunst.
#55
Granitlöwen des Nektanebo I.
Zwei lagernde Granitlöwen aus der Zeit Nektanebos I. bewachen den Eingang. Ihre kompakten Körper und wachsamen Köpfe verkörpern königlichen Schutz; Kartuschen riefen einst Tempelmacht auf. Der harte, gesprenkelte Stein macht sie zugleich zu Skulptur und architektonischem Zeichen.
Wächterstatuen aus der Herrschaft Nektanebos I., eines prägenden Herrschers der Spätzeit.