Ancient Roman sculptor
Unter dem Sammelbegriff „antiker römischer Bildhauer“ stehen die vielen anonymen Werkstätten, die über Jahrhunderte im ganzen Imperium arbeiteten. Sie brillierten in Marmorporträts, staatstragenden Propagandareliefs und luxuriösen Hartsteinen wie Porphyr. Oft griffen sie berühmte griechische Vorbilder auf und formten daraus einen unverkennbar römischen Geschmack: Realismus, kaiserliche Ikonographie und monumentales Dekor. In den Vatikanischen Museen ist diese Hand überall präsent – vom Augustus von Prima Porta und der Schlafenden Ariadne bis zum Braschi-Antinous, zur Venus Felix und zum kolossalen Flussgott Tiber.
Werke von Ancient Roman sculptor
in den Vatikanischen Museen
#16
Gigantisches Porphyrbecken aus Neros Domus Aurea
Ein einziger Block imperialen Porphyrs – tiefpurpur mit hellen Kristallen – zu einem riesigen Becken geformt. Einst kaiserlicher Luxus, verankert es heute den pantheonartigen Rundsaal.
Imperialer Porphyr – rohe Macht als Objekt.
#17
Statue des Augustus von Prima Porta
Augustus schreitet voran und spricht zu seinen Truppen; der Kürass verkündet einen unblutigen Sieg, während ein kleiner Amor auf einem Delfin auf Venus und Seemacht verweist. Politik, Abstammung und Haltung in einem Bild.
Blaupause der römischen Kaiserporträtkunst.
#32
Sarkophag des Scipio Barbatus
Ein schwerer Tuffsarkophag für Lucius Cornelius Scipio Barbatus – frühen Staatsmann und Ahnherrn des Scipio Africanus. Seine archaischen lateinischen Verse meißeln römische Tugenden in Stein: Abstammung, Tapferkeit und Dienst am Gemeinwesen, bewahrt aus dem Familiengrab in Rom.
Grundstein früher lateinischer Epigrafik und römischer Selbstinszenierung.
#34
Flussgott (Arno)
Ein bärtiger Riese lagert, gestützt auf einer Urne, aus der ewiges Wasser fließt. Solche Personifikationen machten Flüsse zu Göttern – ruhig, schwer und fruchtbar –, damit Rom Landschaft in Mythos formen konnte.
Klassische römische Personifikation eines Flussgottes.
#35
Belvedere-Hermes
Ein idealer Jüngling steht in stiller Contrapposto, ein Mantel über dem Arm, die andere Hand hielt einst Hermes’ Stab. Jahrhundertelang als „Belvedere-Antinous“ bezeichnet, wurde er zum Studienmodell für Anmut und Proportion.
Über lange Zeit ein Studienmodell für die ideale jugendliche Gestalt.
#37
Statue eines Jaguars
Eine geschmeidige Bronzegroßkatze schreitet voran, Schultern gebündelt, der Schwanz in einer Kurve. Römische Kunsthandwerker trafen die gespannte Pause vor dem Sprung – Tierkraft in knapper, entschiedener Modellierung und dunkler, lebendig wirkender Patina.
Feines römisches Bronze-Studium tierischer Bewegung.
#38
Statue des Meleager
Der Jäger ruht nach der kalydonischen Eberjagd. Mantel über dem Arm, einst der Speer in der Hand, der Hund an seiner Seite: eine römische Kopie nach einem berühmten griechischen Typus, der Haltung zum Beweis von Heldentum macht.
Römische Kopie, die einen berühmten griechischen Heldentypus bewahrt.
#39
Schlafende Ariadne
Eine drapierte Schlafende liegt mit einem Arm über dem Kopf und gekreuzten Knöcheln. Lange für Kleopatra gehalten, liest man sie heute als Ariadne, auf Naxos verlassen – hellenistische Eleganz, in römischen Marmor geglättet.
Meisterwerk des liegenden weiblichen Typus.
#41
Vergoldeter Herkules (Herkules Mastai)
Ein überlebensgroßer Herkules glüht golden unter der Kuppel: Löwenfell über dem Arm, die Keule ruht, die Äpfel in der Hand. Selten hat sich antike vergoldete Bronze so erhalten – ein Schaustück imperialer Kunst, Stärke zu Licht poliert.
Seltenes erhaltenes Beispiel einer vergoldeten römischen Bronze.
#42
Braschi-Antinous (Statue des Antinous als Dionysos)
Hadrians geliebter Antinous erscheint als Dionysos: jugendliches Gesicht, Efeukranz, ein weicher Mantel. Die Statue verbindet Porträt und Gottheit, Trauer und Schönheit – Roms Art, Schmerz in Kult und Marmor zu verwandeln.
Wichtiger römischer Porträttypus des Antinous.
#43
Porphyrsarkophag der heiligen Helena
Kaiserlicher Purpurstein für Konstantins Mutter: ein gewaltiger Porphyrsarg mit Kavalleriereliefs. Das härteste, seltenste römische Material macht Rang und Erinnerung dauerhaft.
Kaiserlicher Porphyr im Dienst einer christlichen Dynastie.
#44
Porphyrsarkophag der Constantina
Konstantins Tochter erhält einen Purpursarg, belebt von Ranken und Putti bei der Weinlese. Heidnisches Motiv, christliche Deutung: Wein und Rebe gleiten im kaiserlichen Stein zur Eucharistie hinüber.
Frühchristliche Umdeutung bacchischer Bildmotive.
#45
Antiker römischer Zweispänner (Biga)
Ein antikes Renngefährt aus Marmor: ein Zweispänner, aus antiken Teilen rekonstruiert, dessen Wagenfront mit Relief glänzt. Das Ensemble ruft Zirkusraserei und Triumphzug in einem Museumssaal wach.
Evoziert Roms Zirkus- und Triumphkultur.
#46
Statue eines persischen Kriegers (persischer Gefangener)
Ein gefangener „Orientale“ steht in exotischer Tracht – phrygische Mütze, gemusterte Hose, schwerer Mantel. Römische Kunst zeigte besiegte Fremde so, um Sieg zu markieren; hier ist der Ton zurückhaltend, die Anatomie ideal, die Botschaft eindeutig: Das Imperium zähmt die Welt.
Klassisches römisches Bild des besiegten Fremden.
#51
Statue des Osiris-Antinous
Eine römische Statue deutet Antinous – Hadrians vergöttlichten Gefährten – als Osiris, Ägyptens Gott der Wiedergeburt. In hartem Granit, streng frontal und mumienförmig, verbindet sie ein jugendliches römisches Gesicht mit ägyptischen Götterattributen: Erneuerung, Frömmigkeit und imperiale Reichweite in einem Bild.
Typisches Beispiel des Antinous-Kults, der römisches Porträt und ägyptische Religion verbindet.
#69
Statue des Herakles mit dem Säugling Telephos
Römische Version eines hellenistischen Typus: Herakles hält seinen Säuglingssohn Telephos, den späteren Helden Kleinasiens. Löwenfell und Keule kennzeichnen den Vater; das Kind greift nach oben, weich gegen den muskulösen Arm. Familientenderness trifft heroische Stärke – Mythos in Marmor erzählt.
Römische Kopie eines berühmten hellenistischen Typus, der Heroik und Zärtlichkeit verbindet.
#70
Inschrift des Adrastus
Eine römische Marmorplatte mit dem Namen Adrastus und einem kurzen Text. Saubere Kapitalen, sorgfältige Abstände und Punkte auf Mittellinie trennen die Wörter. Was schlicht wirkt, ist ein Dokument von Sprache, Handwerk und Alltagsrom – in Stein bewahrt.
Primäre epigraphische Evidenz für römische Namen und Formeln.
#71
Inschrift des Clivus Martis (Straßenbauinschrift)
Ein Wartungs- und Reparaturvermerk zur Straße am Clivus Martis. In ordentlichen römischen Kapitalen nennt die Tafel die Amtsträger, die die Arbeiten anordneten, und den fertiggestellten Abschnitt. Solche Platten machten Infrastruktur zu Öffentlichkeit: ausgegebenes Geld, fixierte Strecke, verkündete Autorität – Roms Logistik in Stein.
Direkter Beleg für römische Straßenverwaltung und öffentliche Bauarbeiten.
#73
Statuengruppe Athena und Marsyas
Nach einem verlorenen Bronzeoriginal des Myron: ein Splitter von Zeit. Athena wendet sich von den verworfenen Flöten ab, während der Satyr Marsyas – erschrocken und begierig – nach ihnen greift. Göttliche Ruhe trifft ländliche Neugier: Mythos im Moment, in dem aus Wahl Schicksal wird.
Römische Kopie von Myrons berühmter „Athena und Marsyas“-Gruppe, einem Schlüsselwerk des Strengen Stils.
#76
Statue eines Niobiden (Chiaramonti-Niobide)
Römische Version der tragischen Niobiden-Gruppe: Eines von Niobes Kindern flieht vor den unsichtbaren Pfeilen Apollons und der Artemis. Fliegende Draperie, gedrehter Rumpf und gehobener Blick verdichten Angst zu Bewegung – Drama im Augenblick vor dem Zusammenbruch.
Römische Kopie der berühmten Niobiden-Gruppe – mythische Strafe in Bewegung.
#77
Büste des Julius Caesar
Schlanke Wangen, zurückweichendes Haar und ein angespannter, nachdenklicher Blick: Diese Marmorbüste zeigt Julius Caesar ohne Beschönigung. Das reduzierte Gesicht und der sehnige Hals stehen für römischen Realismus – Macht als Wille und Intellekt statt weicher Idealschönheit.
Definiert das kanonische Bildnis von Roms berühmtestem Diktator.
#78
Reliefs aus dem Palazzo della Cancelleria
Große kaiserliche Prozessionen in tief fallender Draperie: Beamte, Soldaten und Personifikationen begleiten den Kaiser. Einst in einem Renaissancepalast wiederverwendet, bewahren die Tafeln flavische Pracht und die Propaganda geordneter Herrschaft – in Stein gegossen.
Hauptbeispiel flavischer Kaiserpropaganda im Relief.
#79
Relieftafeln vom Grab der Haterii
Lebendige Grabreliefs der Familie Haterii – vermutlich Bauunternehmer. Szenen zeigen Kräne, Seile und Monumente im Entstehen, daneben Begräbnisriten. Roms Arbeitswelt und Jenseits auf einer Bühne: Beruf als Stolz, Erinnerung als Erzählung.
Seltene visuelle Dokumentation römischer Bautechnologie in Aktion.
#80
Athletenmosaik aus den Caracalla-Thermen
Aus Roms riesigen Caracalla-Thermen: Athleten im Wettkampf – Ringer, Boxer, Pankratiasten – teils mit Namen beschriftet und mit Handschuhen, Strigiles und Siegerkränzen ausgestattet. Schwarz-weiße Tesserae machen Muskel und Bewegung zur grafischen Rhythmik und feiern Sport als Spektakel und kaiserliche Stadtkultur.
Dokument römischer Athletik und Thermenkultur als Spektakel.
#91
Sockel der Säule des Antoninus Pius
Ein Adler trägt Antoninus und Faustina gen Himmel, während Soldaten in rituellem Rundritt kreisen – das Jenseits und die Zeremonie des Kaiserreichs in Stein.
Erstrangiges Dokument antoninischer Apotheose und militärischer Begräbnisriten.
#100
Die Aldobrandini-Hochzeit
Eine seltene römische Wandmalerei einer Hochzeit: verschleierte Braut, verbundene rechte Hände und Hymenaios mit Fackel – Liebe, Recht und Ritual in einer ruhigen Szene.
Schlüsselwerk römischer Wohnmalerei und augusteischen Geschmacks.
#101
Odyssee-Freskenzyklus von der Via Graziosa (Szenen aus Homers Odyssee)
Antikes Rom trifft Homer: winzige Figuren ziehen durch weite, dunstige Seelandschaften – Kyklop, Laistrygonen, Kirke – als lange, gemalte Reise erzählt.
Maßstabsetzendes Beispiel römischer „Odyssee-Landschaften“ – epische Erzählung als fortlaufende Szenerie gemalt.